Tuesday, 21 November 2017

Schwerbelastungskörper

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Im Jahr 1941 bis 1942 wurde in unmittelarer Nähe zu dem geplanten Triumphbogen (Germania) ein technisches Bauwerk errichtet, das die Tragfähigkeit des Baugrundes für diesen Monumentalbau auf der Nord-Süd Achse prüfen sollte. Der so genannte Schwerbelastungskörper, ein zylindrischer Druckkörper aus massiven Beton, hat einen Durchmesser von 21 Metern. Er reicht 14 Meter in die Höhe und 18 Meter in die Tiefe. Bei seinen Bau wurden französische Zwangsarbeiter eingesetzt. Es stellte sich heraus, dass der Triumphbogen unter den von Speer gestellten Bedingungen nur mit vorhergehender Verfestigung des Bodens baubar gewesen wäre. Der Zylinder war in zweieinhalb Jahren ab 1941 um 19,3 cm eingesunken und hatte bereits während des Betoniervorgangs 3,5 cm Neigung bekommen. Der Schwerbelastungskörper sollte später nicht abgerissen werden, sondern der Boden aufgeschüttet und die Strasse über ihn geführt werden. Die Nord-Süd Achse wurde in der geplanten Form niemals realisiert. Geblieben ist mahnendes Relikt, der zwölftausend Tonnen schwere Belastungskörper.

Seit 1995 steht das Bauwerk unter Denkmalschutz. Bis 1977 wurden an ihm weitere Messversuche durch die Degebo durchgeführt, der Schwerbelastungskörper aber nur noch als Totlast verwandt.

Zur weiteren Nutzung wurde unter anderem vorgeschlagen, den Betonkörper als Kletterwand umzugestalten oder ein Café auf dem Dach einzurichten. 2006 informierte eine von einer Tempelhofer Schule gefertigte und vor dem Bau aufgestellte Freiluftausstellung über den Aufbau, den zeitgeschichtlichen Hintergrund des Schwerbelastungskörpers und Ideen der Schüler zum zukünftigen Umgang mit dem Bauwerk.

2007 begann das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg mit einer Sanierung der Außenhülle und einer Umgestaltung des Areals, auf dem ein Informations-Turm mit Aussichtsplattform errichtet worden ist.

Abmessungen

Gewicht 12 650 t

Höhe über Grund 14 m

Tiefe unter Grund > 18 m

Schaft Durchmesser 11 m

Länge ca. 20 m

Spitze Durchmesser 21 m

Höhe 12 m

Baukosten Baukosten RM 400 000

www.berliner-unterwelten.de


Fotoaufnahmen: Denny Müller