Tuesday, 21 November 2017

Sternburg Brauerei Lützschena

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Die Brauerei Sternburg GmbH wurde 1913 in Lützschena gegründet und kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Der Ursprung reicht bis in das Jahr 1278 zurück, in dem das Rittergut Lützschena zwischen Elster und Mühlteich erstmals urkundlich erwähnt wurde. 1405 erwarb Wilhelm von Uechtritz ein Rittergut in Lützschena und auch die dazugehörige Braustätte. Freiherr Speck von Sternburg wurde im Jahr 1822 der neue Besitzer der Brauerei, die sich ab 1882 auch „Freiherrlich Sternburgsche Brauerei" nannte. 1823 erhielt er vom Leipziger Stadtrat für seinen Burgkeller die Ausschankgenehmigung. sternburg

In den Jahren 1846/47 wurden aufgrund des gestiegene Bierabsatzes drei neue Lagerkeller, gebaut, sowie ein neuer Dampfkessel und eine Dampfmaschine beschafft, das Sudhaus ausgebaut und für die Mälzerei eine neue Darre errichtet. Eine Veränderung der Eigentumsverhältnisse trat ein, als die Brauerei 1912 von dem übrigen Gutsbesitz getrennt und 1913 in die Brauerei Sternburg GmbH umgewandelt wurde, als deren Prokurist Curt von Funcke tätig wurde. Weitere große Neubauten waren vor dem Zweiten Weltkrieg 1928 das Sudhaus mit seinem noch heute sichtbaren Kupferdach und das Werkstattgebäude mit dem Uhrturm. Beide Gebäude stehen unter Denkmalschutz und verkörpern die Industriegeschichte und das Bild von Lützschena.

Die Enteignung erfolgte nach dem Gesetz vom 30. Juni 1946 (Volksentscheid), die Löschung im Handelsregister 1948, um 1959 die Sternburg Brauerei Lützschena, die Sternen-Brauerei Schkeuditz und und die Malzfabrik Schkeuditz zu dem VEB Brau- und Malzkombinat Sternburg zu bilden und dann  ab 1968 ein Betriebsteil vom Getränkekombinat Leipzig wurde.

Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurde 1990 das eigenständige Unternehmen „Sternburg Brauerei GmbH" in Kooperation mit dem Stuttgarter Hofbräu gegründet. Durch den Wegfall von Exportmöglichkeiten ging das Produktionsvolumen zurück. So erfolgte der Verkauf an die Sachsenbräu AG, der mit der Schließung des Brauereistandortes Lützschena und der Verlagerung der Produktion in die Reudnitzer Brauerei einherging. Das Unternehmen wurde somit zur hundertprozentigen Tochter der Dortmunder Brau & Brunnen AG. Am 15. Mai 1991 wurde letztmalig in Lützschena Bier gebraut, anschließend nur noch abgefüllt und ausgeliefert.

Am 31. August 1991 wurde die Brauerei trotz der Besetzung durch die Belegschaft, Einsprüchen des Gemeinderates und der evangelischen Kirchgemeinde Lützschena endgültig geschlossen.

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Fotoaufnahmen: wesenstein

Quellen: Landesarchiv Sachsen,  Lützschena-Stahmeln

Internet:  Lützschena-Stahmeln

Zustand: einfach oder teilweise verschlossen (Achtung - einsturzgefährdete Bauwerke und unbekannte Gefahren vorhanden)