Thursday, 30 March 2017

Objekt 7001

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Führungstelle des MdI

Bunker

Die Führungstelle des Ministerium des Innern (MdI) befand sich bei Freudenberg und beinhaltete auf einer Fläche von 2,6 ha drei Schutzbauwerke des Typs MB/BS STB 81. Die beiden Bunker TO 01 und TO 02 sind als Grabenschutzbauwerke mit angebauten Garagenteilen ausgeführt worden. Das TO 03 setzte sich aus dem technischen Sicherstellungsbaustein mit dem Eingangsbereich, dem Nachrichtenbaustein, zwei operativ-Bausteinen und einem neu projektierten Anbau zur Aufnahme des Lagezentrums zusammen. Der Bunker wurden vollkommen unterirdisch errichtet und ist nicht wie bei TO 01 und TO 02 mit Baracken überbaut worden. Ein Tunnelsystem verband die drei Bunker miteinander, dessen Zugang vom Stabsgebäude (TO 04) aus durch ein 260 Meter langen Tunnel erfolgte. Im Spannungsfall konnten die Bunker über die Garagenteile aber auch direkt angefahren bzw. befahren werden. Die Schutzbauwerke dienten zur Aufnahme des Ministers (Friedrich Dickel) mit seinem Stab. Jedoch waren die technischen und schutzbautechnischen Parameter der Bunker (Schutzklasse C und für TO 01 / TO 02 Schutzklasse D) mehr als bescheiden. Für das Objekt 7001 war der Bau eines Schutzbauwerks mit einer Schutzklasse A (Objekt 7008) vorgesehen. Wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage sind im Zeitraum von 1983 bis 1987 nur die drei einfachen Bauwerke errichtet worden.

MdI

Mit der Konstituierung der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik am 12. Oktober 1949 erfolgte zeitgleich die Ernennung des Minister des Innern. Das Ministerium des Innern (MdI) übernahm entsprechend der Überleitung der Verwaltung die von der Deutschen Verwaltung des Innern wahrgenommenen Funktionen.Es wurde zuständig für zentrale Führungsaufgaben bei der Gewährleistung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit, der inneren Sicherheit und der Grenzsicherheit der Republik sowie beim Schutze der Volkswirtschaft der DDR. Dazu diente die Bildung der Hauptverwaltung Deutsche Volkspolizei, der Hauptverwaltung für Ausbildung sowie der Hauptverwaltung zum Schutze der Volkswirtschaft.

Friedrich Dickel (* 9. Dezember 1913 in Vohwinkel, heute Wuppertal; † 22. Oktober 1993 in Berlin) war Minister des Inneren der DDR von November 1963 bis November 1989. Dickel wurde nach Besuch der Volksschule 1928–1931 zum Gießer und Former ausgebildet. Er war seit 1928 im Kommunistischen Jugendverband Deutschlands (KJVD) aktiv und trat 1931 der KPD, 1932 der Roten Hilfe und dem Roten Frontkämpferbund bei. Ab 1933 arbeitete er illegal in Deutschland und wurde zweimal verhaftet. 1937 wurde er zu einer Spezialausbildung nach Moskau kommandiert. 1943 wurde er verhaftet und durch ein japanisches Militärgericht verurteilt. 1946 kehrte Dickel nach Deutschland zurück und trat der SED bei. Er diente im Präsidium der Deutschen Volkspolizei in Leipzig. Im August 1961 war Dickel Mitglied des Stabs des Nationalen Verteidigungsrates der DDR beim Mauerbau in Berlin. Im Oktober 1963 wurde er zum Generalleutnant befördert und war danach bis November 1989 als Nachfolger von Karl Maron Minister des Inneren und Chef der Deutschen Volkspolizei sowie bis 1976 Chef der Zivilverteidigung. 1965 wurde er Generaloberst. Er war 1967 bis 1989 außerdem Mitglied des Zentralkomitees der SED und bis 1990 Abgeordneter der Volkskammer. 1984 wurde er zum Armeegeneral befördert.


Fotoaufnahmen: Denny Müller

Panoramen: Denny Müller