Friday, 28 July 2017

Seewerk Falkenhagen

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Die Geschichte der Liegenschaft reicht bis in die 1930er Jahre zurück. Die Nazis errichteten unter dem Namen »Seewerk« einen riesigen unterirdischen Produktionsbunker und stellten dort eine als »N-Stoff« bezeichnete Substanz her. Anfang der 1940er Jahre wurde begonnen, auch Anlagen zur industriellen Großproduktion des Kampfstoffes »Sarin« zu errichten. Diese Anlagen wurden nicht fertig gestellt. Der größte Teil der errichteten Produktionsanlagen wurden noch vor dem Ende des 2. Weltkrieges demontiert. Von 1945 bis 1992 nutzen die sowjetischen Truppen die leeren unter- und oberirdischen Bauten für ihre Zwecke. Der einstige viergeschossige Produktionsbunker mit Wandstärken von bis zu 4,50 Metern wurde  ab 1948 mit gewaltigem Aufwand zu einem ABC-Waffen sicheren Führungsbunker umgebaut. Die oberirdische Bauten wurden umgenutzt und durch zahlreiche Neubauten ergänzt. Der eigentliche Nutzungszweck, durch die Sowjetarmee genutze Anlage der einstmals streng geheimen Führungsstelle (Militärsiedlung Nr.1 /Garnison Falkenhagen), ist bis heute nicht genau aufgeklärt worden. Mit einer Nutzfläche von ca. 8400 m² im Haupttrakt und ca. 3000 m² im Anbau, stellte diese Anlage auf dem Gebiet der ehemaligen DDR die grösste Bunkeranlage dar.

Mit ihrem Abzug im Jahre 1992 übergaben die russischen Truppen der bundeseigene Verwertungsgesellschaft BVVG ein bis heute leer stehendes Objekt von einst strategischer Bedeutung. Im Jahr 2002 ging das Areal an einen privaten Eigentümer über und wurde an Heiko Gersdorf verpachtet. Allerdings blieb seine Zwischennutzung, aufgrund des Nutzungsrechtes und fehlender Baugenehmigungen, für das Militärgelände erfolglos.

Am 18. März 2011 hatte das Bauordnungsamt des Landkreises dem Pächter des Geländes, dem Frankfurter Heiko Gersdorf, die weitere Nutzung untersagt. Und zwar so lange, bis die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Umnutzung vorliegen. Doch der Inhaber des Kronos Eventpark Falkenhagen, wie Gersdorfs Firma heißt, hielt weder die Frist des Kreises bis zum August 2011 noch die der Gemeinde bis zum Jahresende ein. Seit dem 23.11.2012 ist das gesamte Areal durch die Behörde versiegelt und jegliche Nutzung untersagt worden.  

Quelle: Wikipedia,  Zeitungsartikel MOZ vom 23.11.2012, Zeitungsartikel MOZ vom 18.07.2012


Fotoaufnahmen: Denny Müller

Panorama: Hannes Hensel