Saturday, 22 September 2018

Seewerk Falkenhagen

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Die Geschichte der Liegenschaft reicht bis in die 1930er Jahre zurück. Die Nazis errichteten unter dem Namen »Seewerk« einen riesigen unterirdischen Produktionsbunker und stellten dort eine als »N-Stoff« bezeichnete Substanz her. Anfang der 1940er Jahre wurde begonnen, auch Anlagen zur industriellen Großproduktion des Kampfstoffes »Sarin« zu errichten. Diese Anlagen wurden nicht fertig gestellt. Der größte Teil der errichteten Produktionsanlagen wurden noch vor dem Ende des 2. Weltkrieges demontiert. Von 1945 bis 1992 nutzen die sowjetischen Truppen die leeren unter- und oberirdischen Bauten für ihre Zwecke. Der einstige viergeschossige Produktionsbunker mit Wandstärken von bis zu 4,50 Metern wurde  ab 1948 mit gewaltigem Aufwand zu einem ABC-Waffen sicheren Führungsbunker umgebaut. Die oberirdische Bauten wurden umgenutzt und durch zahlreiche Neubauten ergänzt. Der eigentliche Nutzungszweck, durch die Sowjetarmee genutze Anlage der einstmals streng geheimen Führungsstelle (Militärsiedlung Nr.1 /Garnison Falkenhagen), ist bis heute nicht genau aufgeklärt worden. Mit einer Nutzfläche von ca. 8400 m² im Haupttrakt und ca. 3000 m² im Anbau, stellte diese Anlage auf dem Gebiet der ehemaligen DDR die grösste Bunkeranlage dar.

Mit ihrem Abzug im Jahre 1992 übergaben die russischen Truppen der bundeseigene Verwertungsgesellschaft BVVG ein bis heute leer stehendes Objekt von einst strategischer Bedeutung.


Fotoaufnahmen: Denny Müller

Panorama: Hannes Hensel