FDGB-Erholungsheim "Heinrich Heine"

Das Hotel Fürst zu Stolberg, von 1946 bis 1994 Hotel Heinrich Heine, war ein Luxushotel und Baudenkmal in Schierke/Harz. Das Hotel wurde ab 1898 nach Plänen des Wernigeroder Architekten Ernst Niewerth als Luxushotel im harztypischen, landschaftlich geprägten Reformstil errichtet und im Jahr 1900 eröffnet.Bereits 1904 wurden die Kapazitäten um einen weiteren Wohnflügel erweitert. Auch der frühere Reichsmarschall und spätere Reichspräsident, Paul von Hindenburg, soll hier in den 20er Jahren ab und zu das beste Apartment des Hauses reserviert haben.1939 wurde das Hotel von einer Kieler Schiffbaufirma mit Holzintarsien, Holzsäulen und Vertäfelungen ausgestattet. Als der Eigentümer Georg Schwarz im Jahr 1938 verstarb, wurde das Haus zwangsversteigert und vom neuen Besitzer einer Umgestaltung unterzogen, bei der viele Verzierungen verschwanden. Während des Zweiten Weltkrieges bis 1945 wurde das Hotel als Entbindungsheim genutzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Hotel zunächst von sowjetischen Offizieren requiriert.1946 wurde es in Hotel Heinrich Heine umbenannt. Um 1959 ging das Hotel an das Reisebüro der DDR über. Aus dieser Zeit stammt auch ein Regierungsbeschluss zur „vorrangigen Versorgung der Intelligenz mit Ferienplätzen“.1968 begann die letzte große Renovierung des Hotels. Danach verfügten achtzig Prozent der Zimmer über Innentoiletten, Bad oder Dusche und zwei Waschbecken. Während der DDR war das Hotel ein beliebter Urlaubsort der „DDR-Prominenz“ und fast ständig ausgebucht. Prominente Gäste während dieser Zeit waren u. a. der damalige DDR-Präsident Wilhelm Pieck, Karl-Eduard von Schnitzler, Willi Schwabe und Peter Przybylski.

Nach der Wende wurde das Hotel den gewachsenen Ansprüchen nicht mehr gerecht .Das Hotel wurde 1993 von der Treuhandanstalt an die Eigentumsgesellschaft Resort Hotel GmbH & Co. Objekte Harz KG verkauft. Betreibergesellschaft wurden die Travel Charme Hotels als Nachfolger des DDR-Reisebüros. Grundlage war ein Investitionsvorrangbescheid, in dem rund 60 Arbeitsplätze zugesagt worden waren. Da die Travel Charme-Hotelkette aber hauptsächlich in Fünfsterne-Häuser investierte, sei das Heinrich-Heine-Hotel nicht berücksichtigt worden. Das Hotel wurde zum Jahreswechsel 1994/95 geschlossen.

Nach der Schließung wurde das Hotel von einem spanischen Käufer erworben, der das Hotel jahrelang verfallen ließ, sodass es 2013 zur Zwangsversteigerung kam.Nach jahrelangem Leerstand ersteigerte die Stadtverwaltung von Wernigerode im Juli 2013 das Hotel in der Zwangsversteigerung und beschloss im Dezember 2013, durch die Umwidmung von Mitteln für das Förderprogramm Stadtumbau Ost vorläufige Erhaltungsmaßnahmen einzuhalten. Ziel des Ortsentwicklungskonzeptes sei es, neue moderne Attraktionen in Schierke zu schaffen und gleichzeitig ein Stück historische Identität des Brockenorts zu bewahren. Ein Gutachten im August 2014 kam zum Ergebnis, dass die Hälfte der Hotelanlage reif für den Abriss sei. Laut des Baudezernenten von Wernigerode gab es nun drei Möglichkeiten: Den Abriss der Ruine, einen teilweisen Erhalt oder die Rekonstruktion der verfallenen Bausubstanz.

Im Februar 2016 genehmigte der Stadtrat von Wernigerode den Abriss des Hotels, um einer Ferienhausanlage mit dem Namen „Heinrich-Heine-Resort“ Platz zu machen. Der Zustand des Gebäudes sei laut der Verantwortlichen für die städtischen Liegenschaften „gravierend schlimm“ und das denkmalgeschützte Gebäude nicht mehr zu retten und wurden 2016 abgerissen. Am 15. Dezember 2017 wurde die Ferienanlage unter dem Namen „Das Schierke“ mit dem Zusatz „Harzresort am Brocken“ eröffnet.

Standort: Sachsen-Anhalt / Germany

Eigentümer: Heinrich Heine Resort GmbH

Bauherr: Adolf Bartels

Architekt: Ernst Niewerth

Fotograf: Denny Müller

Status: abgerissen

Stand: 2018

Quelle: Hans-Jörg Sauerzapfe ehemaliger Direktor des Hotels „Heinrich Heine“ in Schierke, Wikimedia Foundation Inc.

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Hans-Jörg Sauerzapfe ehemaliger Direktor des Hotels „Heinrich Heine“ in Schierke

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