Wednesday, 28 June 2017

Reichsverkehrsministerium - Bunkeranlagen

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Während seiner wechselvollen Geschichte als Dienstsitz der Reichsbahndirektion Berlin bzw. als Standort des ehemaligen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten sowie des Reichsverkehrsministeriums wurde auf dem Grundstück eine unterkellerte Blockrandbebauung mit Hofgebäude einschließlich Kelleranlagen errichtet, die in den Jahrzehnten nach Bebauungsbeginn immer wieder verändert und ergänzt wurde. Im Jahre 1848 bezog das neu errichtete Preußische Ministerium für Handel, Gewerbe und Öffentliche Arbeiten das Haus Wilhelmstraße 79. Das Gebäude wurde 1854 - 1856 nach Plänen von Friedrich August Stüler, der als Geheimer Oberbaurat selbst der Hochbauabteilung des Ministeriums angehörte, um ein Stockwerk erhöht; gleichzeitig wurde die Fassade umgestaltet. Die Räume des Ministeriums wurden noch mehrmals erweitert. In den Jahren 1869/70 wurde auf dem Nachbargrundstück Wilhelmstraße 80 und 1875/76 auf dem sich westlich anschließenden Grundstück Voßstraße 35 jeweils ein Neubau errichtet.

Am 17. April 1878 wurde von Otto von Bismarck in der preußischen Regierung vom vormaligen Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten das "Ministerium der öffentlichen Arbeiten" abgetrennt. Diesem Ministerium unterstanden vor allem das Eisenbahnwesen und die Wasserstraßen. Erster Minister war Albert von Maybach. Nach der Revolution 1918 ging die Hochbauabteilung an das Preußische Finanzministerium über. Die Eisenbahnen und Wasserstraßen wurden vom Reich übernommen und dem im Juni 1919 gegründeten Reichsverkehrsministerium übergeben. Es befand sich in Berlin-Mitte an der Voßstraße 34–35. Diese Gebäude wurden zusammen mit den angrenzenden Gebäuden des Handelsministeriums Wilhelmstraße 79–80 ab 1919 durch Reichsbahn und Reichsverkehrsministerium genutzt. Im Jahre 1924 wurde die Reichsbahn einem vom Staat unabhängigen Unternehmen, der Deutschen Reichsbahn Gesellschaft, übertragen um im Februar 1937 wurde die Reichseisenbahn wieder dem Verkehrsministerium zugeordnet. Die noch nutzbaren Baulichkeiten wurden in einfacher Form hergerichtet und zu DDR-Zeiten durch Einrichtungen des Verkehrsministeriums der DDR und der Deutschen Reichsbahn genutzt. Nach Übergabe in Bundesvermögen 1994 fand eine Nachfolgenutzung nicht statt. Entsprechend der Berliner Denkmalliste in ihre aktuellen Fassung vom 01.09.2010 steht der ehemalige Erweiterungsbau des ehemaligen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten (Baujahr 1894), später Teil des Reichsverkehrsministeriums Leipziger Straße 125 als Baudenkmal unter Schutz. Nach einen jahrelangen Rechtsstreit zwischen der Deutschen Bahn und dem Bund wurde das Gelände Anfang 2012 an Harald Huth verkauft.

Bunkeranlage NS Zeit

Unsichtbar für die Öffentlichkeit kam es ab Mitte der 1930 Jahre am Wilhelmplatz zum Ausbau eines umfangreichen Bunkersystems. Ein Teil der für Hitler bestimmten Bunkeranlage („Vorbunker") wurde schon im Zuge des Umbaus der alten Reichskanzlei geplant. 1939 entstand die Unterbunkerung des Hofes Wilhelmstraße, südlich des U-Bahnhofs „Kaiserhof" (für die SA-Führung) und unter dem Reichsverkehrsministerium. Dieser war mit einem Bahn-Tunnel verbunden, um einen Fluchtweg zu haben. Der Luftschutzbunker mit einer Länge von 50 Metern und einer Breite von 15 Metern verfügt über eine Deckenstärke von 3,20 m, eine äußere Wanddicke von 1,00 Meter und einer Sohlestärke von 0,86 Meter. Die mittlere Raumhöhe beträgt ca. 2,60 m.

Fotoaufnahmen: Denny Müller (genehmigt durch Berliner Unterwelten e.V.) 

Dokumente: gemeinfrei

Quellen:  "Die Geschichte des Hauses Wilhelmstrasse Nr. 79 auf der Friedrichstadt in Berlin" , 1936  Röttcher & Falck

                "Das Reichsverkehrsministerium", 1940 Kittel & Wehrmann

                "Die Wilhelmstrasse und der Wilhelmplatz - Erinnerungsorte deutscher Geschichte" TU Berlin

                "Dienstgebäude des Reichsverkehrsministerium" Deutsche Reichsbahn  (Auszug Grundrisse)   

                 Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Internet:  http://www.hghi.de

                Leipziger Straße 125

                Video auf YouTube (great850)

                Video auf YouTube (preludebb)

Zustand: abgerissen 2012