Wednesday, 28 June 2017

Böhmisches Brauhaus

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Restaurierter Teil des ehemaligen Brauhauses "Das Böhmische Brauhaus" war eine Brauerei in Berlin-Friedrichshain. Das noch erhaltene denkmalgeschützte Gebäude besteht aus dem im Jahr 2001 restaurierten und mit Büros und Gewerberäumen ausgestatteten Brauhaus, sowie dessen anliegendem Sudhaus und Maschinenhaus, welche heute ruinös und teilweise stark verändert oder entkernt sind.

Das Sudhaus wurde 1868-1869 errichtet. Die weiteren Gebäude des Brauhauses wurden in den 1870er und 1880er Jahren erbaut. Es beinhaltet drei miteinander verbundene zwei- und dreigeschossige Kellergewölbe mit einer Fläche von mehr als 3000 Quadratmetern, welche teilweise als Eiskeller genutzt wurden. 1883 wurde eine Kältemaschinboehmisches_brauhaus_aktiee der Linde AG eingesetzt, wonach der Eiskeller fortan überwiegend als Lager verwendet werden konnte.

1898-1899 wurde eine fünfgeschossige pneumatische Mälzerei nach Plänen des Brauereibauspezialisten Arthur Rohmer erbaut. Da sich das Gebäude auf einem Geländesprung mit einem Höhenunterschied von bis zu zehn Metern befindet, weist es zur Straße fünf beziehungsweise sechs und zum Betriebshof nach Nordosten nur drei Geschosse auf, deren untere beiden in den doppelgeschossigen Keller übergehen. So besteht ein ebenerdiger Zugang zu den Lagerkellern, was zu Betriebszeiten der Arbeitserleichterung beim Abtransport diente.

In der Vergangenheit gab es mehrere Brände sowohl im Unter- als auch im Obergeschoss, bei denen Teile des Gebäudes größeren Schaden davongetragen haben. Bei Kriegsende 1945 waren die Baulichkeiten der Brauerei weitgehend zerstört bzw. beschädigt. Die Bierproduktion wurde an diesem Standort nicht wieder aufgenommen. Von 1952 bis 1992 diente das Gelände als Berliner Weingroßkellerei und war das größte Weinlager der DDR. Das Gebäude der ehemaligen Mälzerei wurde unter anderem vom Großhandelskontor Schuhe als Lagerfläche genutzt, das alte Sudhaus diente bis 2001 als Turnhalle. Neben verschiedenen Werkstätten und Lagerflächen entstand auf dem Brauereigelände Anfang der 70er Jahre ein Umspannwerk.

Nach der Wende wurde von 1999 bis 2001 die „Neue Mälzerei" von dem Hamburger Projektentwickler B&L Immobilien mit einem Investitionsaufwand von 14 Millionen Mark restauriert, wobei auf 8300 Quadratmetern unter dem Namen „Forum Friedrichshain" moderne Loftflächen, Büros, Gastronomieeinrichtungen und Gewerberäume entstanden. Die ursprünglich zur Trocknung des Malzes genutzten Kuppelräume wurden zu Seminarräumen mit flexiblen Wänden umgebaut. Direkt angrenzend befinden sich noch immer die weiteren, teilweise stark verwitterten Gebäude der Brauerei, welche unter Denkmalschutz stehen.


Fotoaufnahmen: wesenstein

Panoramen: keine vorhanden

Zustand: verschlossen

Koordinaten: 52° 19′ 23″ N, 14° 3′ 27″ O

Karte: GoogleMaps

Bundesland: Berlin / Germany

Eigentümer: k.A.

Quelle: wiki

Weblinks: Denkmaldatenbank