Saturday, 21 October 2017

Bärensiegel

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Der Haupteingang zum denkmalgeschützten Fabrikgelände führte zum Bürogebäude der zur Menarini Group gehörenden Berlin-Chemie. Das Gelände wurde nach Plänen des Architekten Max Jacob in den Jahren 1904 bis 1906 mit Fabrikbauten versehen. Die Bauausführung oblag Albert Pförtner. Zubringergleise verbanden dieses Gelände mit dem Außenring. Ab den 1920er Jahren wird der Betrieb als Reichsmonopolverwaltung für Branntwein, Berlin, Abteilung Adlershof genannt. 1947 ist der Betrieb als Spiritus Inspektion (Direktion), Abt. Adlershof geführt worden. 1949 wurde auf Beschluss des Magistrats von Groß-Berlin der VEB Großberliner Getränkeindustrie gegründet. Ab 1969 befand sich hier der Produktionsstandort des VEB Bärensiegel Berlin und war Teil des VEB Kombinat Spirituosen, Wein und Sekt, später des VEB Getränkekombinat Berlin.

Der VEB Bärensiegel Berlin war ein Spirituosenhersteller in der DDR in der Rechtsform eines VEB. Sein Verwaltungssitz befand sich in Berlin-Lichtenberg, er hatte Produktionsstandorte in der Rittergutstraße (heutige Josef-Orlopp-Straße) und am Glienicker Weg in Berlin-Adlershof.

Bis 1990 wurden verschiedene Liköre und Weinbrände hergestellt mit folgenden Markenbezeichnungen: Adlershofer Wodka, Berliner Klarer (Werbeslogan: „Dieser Schnaps verläßt das Werk / nur mit Qualitätsvermerk"), Eskalonysche Tropfen seit 1986, Gelber Köstlicher, Goldkrone, Halb & Halb, Maoritraum, Thienelt Echte Kroatzbeere, Weizenkorn oder Wurzelpeter (Werbeslogan: „Früher oder später trinkt ein jeder Wurzelpeter").

Nach der Wende wurde der Betrieb in eine GmbH umgewandelt und tritt seitdem als Berliner BärenSiegel GmbH am Markt auf. Die Treuhandanstalt verkaufte 1994 die GmbH an das Weinunternehmen Franz Wilhelm Langguth Erben, deren Eigentümer eine Aufteilung der Produktionsbereiche in BärenSiegel GmbH, Moritz Thienelt GmbH und Eskalony & Sons GmbH vornahmen.

Die vorhandenen Gebäude in Lichtenberg und Adlershof wurden als Produktionsstandorte aufgegeben. Aber in der Josef-Orlopp-Straße ließ die Firma neben dem ursprünglichen Gebäude auf der hinzugekauften Fläche des früheren Betriebes VEB Pflanzen- und Ölmühle eine Metall-Leichtbauhalle setzen, in der die Spirituosen weiterhin hergestellt werden.

Die neue Berliner BärenSiegel GmbH löste nach der Privatisierung den Investitionsstau auf und modernisierte die Produktion. So konnte bereits 1994 mit 92 Mitarbeitern ein Umsatz von 100 Millionen DM erzielt werden.

* Datierung 1904-1906

* Entwurf Jacob, Max

* Ausführung Albert Pförtner

* Bauherr Kahlbaum, C. A. F.


Fotoaufnahmen: Wesenstein

Quelle: Landesarchiv Berlin, arche-foto.com, wiki