Tuesday, 21 November 2017

Rewatex AG

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Die Geschichte des Unternehmens beginnt mit der Gründung einer kleinen Seidenfärberei am 1. Oktober 1832 in den Kellerräumen in der Burgstraße 3 in Berlin-Mitte durch Wilhelm Spindler und später wurde sie durch seinen Sohn Carl Spindler weitergeführt. Als erster in Deutschland führte Wilhelm Spindler 1854 die Chemische Reinigung ein. Bei diesem Verfahren wird die Kleidung mit Benzol bzw. Benzin (damalige Mittel) unter Ausschluss von Wasser (also „trocken", daher auch Trockenreinigung) gereinigt. Dies ermöglichte eine schonende Reinigung der Kleidung und zugleich eine Massenreinigung, welche Spindler zum Durchbruch seines Unternehmens verhalf. Seine beiden Söhne William und Carl Spindler traten in die Fußstapfen des Vaters, wurden um 1870 Unternehmensteilhaber und beteiligten sich unter anderem an der Entwicklung neuer Färbetechniken und Waschverfahren. 1893 wurde der komplette Betrieb in die Werke in Spindlersfeld verlegt. Nach dem Tod Carl Spindlers 1902 übernahmen drei seiner Söhne (Wilhelm, Ernst und Erich) das Unternehmen. Es war zu seiner Zeit der Vorreiter der Chemischen Reinigung in Deutschland.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schering 1946 zuerst unter Treuhandschaft gestellt und 1949 aufgespalten. Der in Spindlersfeld in der sowjetischen Besatzungszone liegende Teil wurde enteignet und firmierte seit 1953 als VEB Blütenweiß (im Volksmund VEB Edelgrau) und ab 1961 als VEB Vereinigte Wäschereien Berlin Rewatex (kurz VEB Rewatex). Am 1. Juli 1981 schloss sich das Spindlersfelder Werk aufgrund eines Beschlusses des Sekretariats des Zentralkomitees der SED vom Februar 1981 mit einem Werk in Berlin-Buch zusammen und beide firmierten fortan als VEB Kombinat Rewatex Berlin. Anfangs waren 3000 und zuletzt rund 4500 Mitarbeiter in dem volkseigenen Betrieb beschäftigt.

Nach der Wende firmierte sich das Unternehmen in REWATEX AG um und wurde 1992 von der Kölner Larosé Hygiene-Service-GmbH übernommen. Alle Aktivitäten wurden allerdings schon Mitte der 1990er Jahre in den Betriebsteil Grünauer Straße verlagert.

Die Anlagen in Spindlersfeld sind heute nur noch eine Industrieruine. Einige Gebäude wurden abgerissen, die übrigen unter Denkmalschutz gestellt.

Fotoaufnahmen: Atomhirsch