Saturday, 21 October 2017

Radarstation (NSA Field Station)

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An der Stelle des heutigen Teufelsbergs stand in den 1940er-Jahren der Rohbau der Wehrtechnischen Fakultät, die im Rahmen des nationalsozialistischen Projektes Welthauptstadt Germania gebaut werden sollte. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage gesprengt, teilweise abgerissen. Um eine weitere Nutzung der verbliebenen Gebäudereste zu verhindern, wurde auf dem Gelände ein massiver Berg mit Trümmern aufgeschüttet. Nach Beendigung der Ablagerung im Jahr 1972 wurde die Landschaft mit Sand und Erde gestaltet und Bäume wurden gepflanzt. Auch Freizeitmöglickeiten wie einen Skihang, eine Rodelbahn, eine Sprungschanze und einen Schlepplift ließ der Senat errichten.

Nachdem das Freizeitgelände fertig gestellt war, entdeckte die US-Armee den Berg als hervorragenden Standort für eine Abhöranlage. Die anfangs mobile Installation zur Überwachung des Luftraums – insbesondere der drei Flugkorridore zwischen Berlin und der Bundesrepublik – wurde bald durch feste Gebäude abgelöst.

Nach dem Mauerbau entstand in den Jahren 1964 bis 1987 in 110 Metern Höhe eine Funkmeßstation. Sie diente den Westalliierten als Stützpunkt der National Security Agency (NSA) vor allem dazu, den Funkverkehr der östlichen Nachrichtensysteme zu überwachen. 1972 mußte der Liftbetrieb der Skipiste eingestellt werden, weil er die Funkanlage mit seinen fünf Antennenkuppeln störte. Die Anlage auf dem Teufelsberg wurde hauptsächlich von der National Security Agency (NSA) betrieben und diente als Teil des weltweiten Spionagenetzes Echelon.

Nach der Wiedervereinigung zogen dann im Jahr 1991 die Amerikaner und Briten ab. Die Gebäude blieben stehen bzw. wurden sogar erneuert und neue Radaranlagen installiert, denn sie konnten ab 1999 zur zivilen Luftüberwachung des Flugverkehrs genutzt werden. Später war eine Folgenutzung (Luxusappartements, Hotel, Tagungsräume) geplant, die jedoch alle scheiterten. Nachdem 2003 die Bewachung eingestellt wurde, begann ein unaufhaltbarer Vandalismus. Mittlerweile wird das Gelände wieder bewacht.


Fotoaufnahmen: Wesenstein

Panorama: Hannes Hensel