Waldkrankenhaus - Heimstätte für Brustkranke

Unter Heilanstalten in Berlin-Buch sind mehrere Krankenhäuser und Heime im Berliner Ortsteil Berlin-Buch zusammengefasst, die zwischen 1898 und 1930 unter der Leitung des Berliner Architekten und Stadtbaurates Ludwig Hoffmann entstanden. Zu dem Komplex gehörten zwei Lungensanatorien, ein Alters- und Pflegeheim und zwei psychiatrische Kliniken. Hoffmann baute noch diverse Einzelbauten: eine Zentrale für Beleuchtung, Heizung und Wasserversorgung der Heilanstalten, mehrere Wohnhäuser, Verwaltungsgebäude sowie einen Anstaltsfriedhof. Das letzte Projekt war die Anlage einer Wohnsiedlung für das Krankenhauspersonal. Seit 2012 befindet sich das Gelände in der Umwandlung zum Wohnquartier.

Als erstes Sanatorium auf dem Gelände nördlich von Alt-Buch entstand das Lungenkrankenhaus unter der Bezeichnung „Heimstätte für Brustkranke“. Hier sollten nach den Plänen 150 männliche Tuberkulosepatienten aufgenommen und versorgt werden. Diese Krankheit breitete sich um 1900 in den Städten besonders in den sozial unteren Bevölkerungsschichten massiv aus und eine Isolierung der Betroffenen und umfangreiche Behandlungen mit Liegekuren abseits der Stadt in frischer Luft brachten gute Heilerfolge. Die Heimstätte für Brustkranke war das erste Sanatorium, welches für diesen Zweck neu errichtet werden sollte, hinzu kamen weitere Behandlungszentren in ehemaligen Herrenhäusern, die im Besitz der Stadt waren. Die Planungen für diesen Gebäudekomplex dauerten von 1899 bis 1901 und die Bauzeit bis 1903.

Neben Ludwig Hoffmann waren vor allem der Bildhauer August Vogel sowie der Maler Franz Naager an dem Bau beteiligt. Bereits während der Planungen forderte die Stadtverordnetenversammlung die „Vorlage eines vereinfachten Fassadenentwurfs und der dadurch entstehenden Minderkosten.“  Beim Krankenhaus handelt es sich um einen T-förmigen Bau mit drei Gebäudeflügeln, der einem neobarocken Schloss nachempfunden werden sollte. Die Vorderseite weist dabei nach Süden. An der Rückseite des hervorgehobenen Mittelbaus schließt sich ein schmaler Trakt an, der als Küchentrakt geplant wurde. Der Hauptbau ist lang gestreckt, wobei den Krankenzimmern im hinteren Teil mehrere Liegehallen vorgelagert wurden. Der zentrale Teil sowie beidseitig die Seitenbauten treten ein wenig aus dem Gesamtgebäude hervor. Dies dient neben der Optik vor allem auch der besseren Verteilung des Sonnenlichts und der Frischluft, da auch hier Liegehallen eingeplant waren. Der Mittelrisalit ist leicht höher gebaut und mit einem Mansardenwalmdach ausgestattet.

Neben dem Hauptgebäude gehören zum Lungensanatorium ein Pförtnerhaus, ein Beamtenwohnhaus und weitere Liegehallen, der Gesamtkomplex liegt in einer Parklandschaft. Unter dem Namen „Waldhaus Buch“ diente das Gebäude lange Zeit weiterhin als Lungenklinik. 1965 wurden zwei Flachbauten angebaut.


  • 1899 Die Stadtverordneten von Berlin beschließen in Buch eine Tuberkulose-Heilstätte zu errichten
  • 1900 Baubeginn - Bei Ausschachtungsarbeiten Tongefäße und Bronzegegenstände aus der jüngeren Bronzezeit (etwa 1000 - 700 v.Chr.) gefunden - Bauplatz: ehemalige Gutsfasanerie im Schlosspark Waldhaus ist der erste Gesundheitsbau von L. Hoffmann in Buch
  • 1905 Im Spätsommer beginnt die Belegung
  • 1927 Die Tuberkulose-Heilstätte erhält den amtlichen Namen „Waldhaus Buch"
  • 1942 Das Waldhaus wird als Luftwaffen-Lazarett von der Wehrmacht beschlagnahmt
  • 1945 Die Orthopädische Klinik aus dem Städtischen Krankenhaus zieht ins Waldhaus
  • 1960 Auf dem Gelände des Waldhauses wird mit dem Bau einer Klinik für Rehabilitation begonnen
  • 1962 Das Waldhaus wird zusammen mit dem Klinikneubau als Krankenhaus für Orthopädie und Rehabilitation verselbständig
  • 1963 Das Krankenhaus wird als Verwaltungsbereich IV in das Städtische Klinikum Buch als Orthopädische Klinik und Klinik für Rehabilitation integriert (Planbettenbestand 213)
  • 1992 Leerstand

Die Gesamtanlage steht unter Denkmalschutz. Heute steht das Gebäude leer und soll im Auftrag der Senatsverwaltung in Zukunft restauriert werden.


Standort: Berlin / Germany

Eigentümer: Land Berlin

Bauherr: Magistrat Berlin

Architekt: Ludwig Hoffmann, Speer & Ostertag

Fotograf: Wesenstein

Status: Leerstand

Stand: 2018

Quelle: Ludwig Hoffmann, 1983Bau- und Kunstdenkmale Berlin II, Berlin 1987Hoffmann, L., Neubauten der Stadt Berlin, Bd. 4, 1905Schmitz, Hermann/ Ludwig Hoffmanns Wohlfahrtsbauten der Stadt Berlin, Berlin 1927 / Seite 91f., Wikimedia Foundation Inc.

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